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    13-Wochen-Liquiditätsvorschau erstellen und pflegen

    · 6 Min. Lesezeit

    Eine 13-Wochen-Liquiditätsvorschau zeigt für jede der nächsten 13 Wochen den Anfangsbestand, erwartete Einzahlungen, fällige Auszahlungen und den daraus folgenden Endbestand. Sie aktualisieren sie jede Woche: Die abgelaufene Woche wird durch tatsächliche Zahlungen ersetzt, am Ende kommt eine neue Woche hinzu. Das Wochenraster macht Zahlungslücken sichtbar, die ein Monatswert verdecken kann, und bleibt zugleich übersichtlich genug für eine regelmäßige Besprechung.

    Die Vorschau ist besonders hilfreich, wenn Aufträge ungleichmäßig bezahlt werden, Personalkosten regelmäßig anfallen oder größere Lieferantenrechnungen bevorstehen. Sie ist keine Gewinngarantie und keine automatische Aussage über die Zahlungsfähigkeit an jedem Tag. In einer kritischen Woche müssen Sie zusätzlich die Reihenfolge der einzelnen Zahlungstermine betrachten.

    Warum 13 Wochen statt nur drei Monatswerte?

    Dreizehn aufeinanderfolgende Wochen bilden einen handhabbaren kurzfristigen Horizont. Anders als eine Monatsübersicht trennen sie beispielsweise eine Gehaltszahlung am Monatsende von einer Kundenzahlung in der folgenden Woche. Wenn beide in derselben Monatsrechnung erscheinen, wirkt der Monat ausgeglichen, obwohl zwischenzeitlich Geld fehlen kann. Die konkrete Anzahl ist ein Arbeitsraster, keine gesetzliche Vorgabe: Passen Sie den Horizont bei Bedarf an Ihren Betrieb an.

    Eine Woche sollte immer nach derselben Regel beginnen und enden, etwa Montag bis Sonntag. Notieren Sie Start- und Enddatum jeder Spalte. Kalenderwochen können an Monats- und Jahresgrenzen liegen; Zahlungen gehören in die Woche ihres erwarteten Bankabgangs oder -eingangs, nicht pauschal in den Monat der Rechnung. Prüfen Sie bei Feiertagen und bankfreien Tagen das tatsächlich relevante Datum.

    Aufbau der wöchentlichen Vorschau

    Verwenden Sie eine Spalte je Woche und Zeilen für Anfangsbestand, einzelne Einzahlungsarten, Summe der Einzahlungen, einzelne Auszahlungsarten, Summe der Auszahlungen, Endbestand, Mindestliquidität und Abstand dazu. Gruppieren Sie Kundeneingänge nach offenen Rechnungen, wiederkehrenden Zahlungen und sonstigen Zuflüssen. Auf der Auszahlungsseite helfen Gruppen wie Personal, Lieferanten, Miete, Steuern, Sozialversicherung, Darlehen und geplante Anschaffungen.

    Endbestand und Mindestliquidität

    Die Rechnung lautet: Endbestand = Anfangsbestand + Einzahlungen - Auszahlungen. Der Endbestand der Vorwoche ist der Anfangsbestand der nächsten Woche. Die Mindestliquidität ist ein von Ihnen festgelegter verfügbarer Puffer für Zahlungen und Unsicherheit; sie ist kein allgemein gültiger Betrag. Der Abstand ergibt sich aus Endbestand minus Mindestliquidität. Ein negativer Abstand erfordert eine Prüfung, selbst wenn der Endbestand noch positiv ist.

    Die folgende Tabelle ist ein frei gewähltes Beispiel in EUR für drei der 13 Wochen. Als interne Mindestliquidität sind 10.000 EUR angenommen; die restlichen zehn Wochen würden nach demselben Muster fortgeführt.

    Position (Beispiel)Woche 1Woche 2Woche 3
    Anfangsbestand25.000 EUR20.000 EUR7.000 EUR
    Einzahlungen10.000 EUR5.000 EUR18.000 EUR
    Auszahlungen15.000 EUR18.000 EUR9.000 EUR
    Endbestand20.000 EUR7.000 EUR16.000 EUR
    Mindestliquidität10.000 EUR10.000 EUR10.000 EUR
    Abstand10.000 EUR-3.000 EUR6.000 EUR

    In Woche 2 unterschreitet der Beispielbestand den Puffer um 3.000 EUR. Der höhere Endbestand in Woche 3 löst die Frage nicht, wie die Zahlungen der zweiten Woche abgewickelt werden. Listen Sie dort die einzelnen Tage auf und prüfen Sie, ob der niedrigste Tagesbestand ebenfalls tragbar ist.

    In sechs Schritten zur rollierenden Planung

    1. Aktuellen Bestand abstimmen. Nehmen Sie Bank- und Kassenwerte vom gleichen Stichtag. Nicht frei verfügbare Mittel gehören nicht in den Anfangsbestand. Kennzeichnen Sie bereits ausgelöste, aber noch nicht gebuchte Zahlungen.
    2. Offene Forderungen durchgehen. Tragen Sie jede wesentliche Rechnung mit Betrag, Zahlungsziel und realistisch erwartetem Geldeingang ein. Überfällige Forderungen sollten eine begründete neue Erwartung erhalten, nicht automatisch die nächste Woche.
    3. Zahlungspflichten eintragen. Erfassen Sie offene Lieferantenrechnungen, Bestellungen, Personalzahlungen, feste Verträge und bekannte Sonderzahlungen. Prüfen Sie Beträge und Termine mit den zuständigen Personen. Trennen Sie verbindliche Zahlungen von noch veränderbaren Vorhaben.
    4. Wochenbestände berechnen. Stellen Sie sicher, dass jede Woche den Endbestand der Vorwoche übernimmt. Kontrollieren Sie negative Bestände und Abstände zur Mindestliquidität. Bei einem Warnsignal wechseln Sie vor einer Entscheidung zur Tagesansicht.
    5. Annahmen kenntlich machen. Markieren Sie unbestätigte Eingänge oder verhandelbare Zahlungen. Ergänzen Sie eine vorsichtige Variante, in der ein größerer Eingang später erfolgt. Verwenden Sie keine unbestätigten Finanzierungsmittel als sicheren Kontobestand.
    6. Wöchentlich fortschreiben. Vergleichen Sie Plan und tatsächliche Kontobewegungen, erklären Sie Abweichungen und fügen Sie hinten eine neue Woche an. Aktualisieren Sie die Daten, bevor neue Ausgaben zugesagt oder Zahlungstermine verhandelt werden.

    Zahlungstermine in Deutschland richtig einordnen

    Für deutsche Betriebe sind die konkreten Termine der eigenen Verträge und Abrechnungen maßgeblich. Gehalt, Miete, Leasing und Lieferantenrechnungen können je nach Vereinbarung zu unterschiedlichen Tagen abgehen. Übernehmen Sie deshalb keine pauschale Monatsmitte als Zahlungstag. Stimmen Sie im Zweifel Buchhaltung, Lohnabrechnung und Kontoauszüge ab.

    Als allgemeine Planungsbeispiele gelten: Umsatzsteuer-Voranmeldung und -Vorauszahlung grundsätzlich bis zum 10. Tag nach Ablauf des jeweiligen Voranmeldungszeitraums; eine gewährte Dauerfristverlängerung verschiebt dies um einen Monat. Die Lohnsteuer-Anmeldung ist grundsätzlich bis zum 10. Tag nach Ablauf des jeweiligen Anmeldungszeitraums fällig. Sozialversicherungsbeiträge sind spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Monats fällig. Prüfen Sie die für Ihren Betrieb und den konkreten Monat tatsächlich geltenden Zahlungstermine, bevor Sie Beträge einer Woche zuordnen.

    Diese Termine sind keine Schätzung der Zahlungshöhe. Übernehmen Sie die erwarteten Beträge aus Ihrer Buchhaltung und Lohnabrechnung und passen Sie sie an bekannte Veränderungen an. Eine Steuererstattung gehört nur dann als Einzahlung in eine konkrete Woche, wenn der Zahlungseingang hinreichend belastbar erwartet werden kann. Sonst führen Sie sie als mögliche Verbesserung getrennt.

    Was bei der wöchentlichen Aktualisierung passiert

    Legen Sie einen festen Prüftag fest. Zunächst gleichen Sie die abgelaufene Woche mit den Bankbewegungen ab. Halten Sie fest, welche geplanten Eingänge fehlen, welche Zahlungen früher erfolgten und welche Beträge abweichen. Danach übernehmen Sie den tatsächlichen Schlussbestand als neuen Anfangsbestand und ordnen offene Positionen einem begründeten neuen Termin zu.

    Fügen Sie am rechten Rand eine weitere Woche hinzu, sodass der Blick nach vorn wieder 13 Wochen umfasst. Datieren Sie die neue Fassung und notieren Sie wichtige Annahmeänderungen. Wenn mehrere Personen die Tabelle pflegen, benennen Sie eine verantwortliche Person für die Zusammenführung. Eine Forderung darf nicht in der alten und in der neuen Woche gleichzeitig stehen.

    Besprechen Sie zuerst Wochen unterhalb der Mindestliquidität und anschließend größere Unsicherheiten. Mögliche Schritte sind das Prüfen eines Kundenzahlungstermins, die Abstimmung einer Lieferantenzahlung oder das Verschieben einer noch nicht verbindlichen Anschaffung. Jede Maßnahme braucht einen Verantwortlichen und einen Zeitpunkt für die nächste Überprüfung. Eine bloße Änderung der Tabellenzelle ist noch keine gesicherte Lösung.

    Häufige Fehler

    • Monatsbeträge gleichmäßig verteilen: Tatsächliche Fälligkeiten und Zahlungseingänge liegen oft nicht gleichmäßig über den Monat verteilt.
    • Überfällige Kundenrechnungen als sicher einplanen: Klären Sie den voraussichtlichen Eingang und dokumentieren Sie die Grundlage Ihrer Annahme.
    • Nur den Wochenendbestand prüfen: Innerhalb der Woche kann der niedrigste Tagesbestand deutlich geringer sein.
    • Bestellte Leistungen auslassen: Auch noch nicht bezahlte Aufträge können in den nächsten Wochen zu verbindlichen Auszahlungen werden.
    • Die 13. Woche nicht ergänzen: Ohne neue Woche schrumpft der Blick nach vorn bei jeder Aktualisierung.

    Wie Sie den Zahlungsplan grundsätzlich aufbauen, lesen Sie unter Liquiditätsplanung erstellen. Für die Kontrolle neuer Verpflichtungen hilft der Beitrag zu Ausgabenfreigabe und Abteilungsbudget.

    Dieser Artikel ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.